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Patriarch Emeritus

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Ansprache Seiner Seligkeit Michael Sabbah, Patriarch von Jerusalem, anläßlich des Besuches des ständigen Rates der deutschen Bischofskonferenz im Lateinischen Patriarchat

Eminenzen, Exzellenzen, liebe Brüder der Deutschen Kirche,

1. Im Namen aller meiner Brüder, der Bishöfe der Katholischen Kirchen im Heiligen Land,  heiße ich Sie herzlich willkommen. Wir danken Ihnen, dass Sie bei uns sind. Ihre Gegenwart ist uns Stütze und stärkt unsere Hoffnung inmitten unserer schwierigen Lebenssituation.

Es freut uns auch, Ihnen, die Sie hier bei uns sind, zu sagen, dass wir  dankbar sind für die Präsenz der Institutionen der Deutschen Kirche: der Benediktiner in Jerusalem und Tabgha, der Schmidtschule und des Paulushauses, der Schule der Salvatorianerschwestern in Nazareth, und ihrer Gemeinschaft in Qubeibeh (Altersheim) und des Deutschen Hospizes der Borromäerinnen.  Diese Anwesenheit der Deutschen Kirche bei uns ist ein wichtiger Teil der Kirche von Jerusalem.
Wir danken auch, dass Sie unseren deutschen Priester Bernt Besch zum Auslandsseelsorger für die deutschsprachigen Katholiken im Heiligen Land ernannt haben.

Wir danken insbesondere der Deutschen Statthalterei des Ordens der Grabesritter von Jerusalem. Die Unterstützung dieses Ordens bedeutet für uns existenzielle Hilfe, für den Klerus, die Schulen und unsere ganze Pastoral.
Diesen Seiten angefügt finden Sie bitte eine detaillierte Aufstellung seiner Aktivitäten im Heiligen Land.

2. Wir danken Ihnen für alle moralische, geistliche und materielle Unterstützung unserer Kirchen.
Die Kirche im Heiligen Land umfasst 13 Kirchen: sechs katholische, fünf orthodoxe: die Griechische, Armenische, Syrische, Koptische und Äthiopische, und zwei protestantische: die Anglikanische und Lutherische. Dank sei Gott, die Beziehungen zwischen uns allen sind brüderlich; wir halten monatliche Treffen, um uns über die Bedürfnisse unserer Christgläubigen auszutauschen.

Die Katholischen Kirchen sind: das Lateinische Patriarchat, die drei Griechisch-Melkitischen Diözesen in Galiläa, Jerusalem und Jordanien, die Maroniten, die Syrer, die Armenier und die Chaldäer. Außer der drei melkitischen Diözesen haben alle anderen Kirchen die gleiche territoriale Jurisdiktion, über Israel, Palästina und Jordanien.

All diese Christen sind Araber (Jordanier oder Palästinenser), mit arabischer Sprache (auch in der Liturgie), arabischer Kultur und Geschichte.

Die Kirche ist palästinensisch und jordanisch. Wir haben noch keine Kirche Israels, hoffen aber, dass dies eines Tages möglich sein wird. Aber ein Teil unserer Kirche befindet sich im Staatsgebiet Israels, hauptsächlich die Kirchen in Galiläa, von denen die wichtigste die Melkitische ist.

Eine hebräisch sprechende Gemeinschaft ist auch Teil unserer Kirche. Es sind vier kleine Gemeinden von insgesamt etwa 400 Personen. Sie sind zwar klein, sind aber wichtig für eine Zukunft, die in Gottes Händen liegt und setzen sich sowohl aus Juden als auch zumeist nichtjüdische Europäer zusammen, als Teil der israelischen Gesellschaft mit hebräischer Sprache in Alltag und Liturgie.

3. Ihre Präsenz, Brüder, bei uns in diesen Tagen will sagen, dass Ihnen das Wachstum unserer Pfarreien und der christlichen Präsenz, an sich, durch die verschiedenen Institutionen, Schulen, sozialen und pastoralen Engagements und unser unermüdliches Ringen nach Frieden und Gerechtigkeit, ein wichtiges Anliegen ist.

Unsere Diözesen befinden sich in drei verschiedenen Ländern und Regierungsformen. In Jordanien und Israel ist die Situation normal und stabil. Im dritten Teil, Ostjerusalem und Palästinensische Gebiete, herrscht andauernde Konfliktsituation.

Der Konflikt resultiert aus der israelischen Besatzung der palästinensischen Gebiete seit 1967. Für die Israelis besteht der Konflikt im Kampf gegen den Terrorismus. Wir hingegen sind der Überzeugung, dass der Terrorismus lediglich ein Ergebnis der Besatzung ist. Nur das Ende der Besatzung kann einen endgültigen Frieden ermöglichen.

Da dieser Konflikt Einfluss auf die gesamte Region hat, dient jeder Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung allen Ländern dieser Region, und wir bitten Sie, an diesem Einsatz für Versöhnung teilzunehmen, wie wir es auch von der ganzen Kirche erhoffen, der lokalen wie auch aller Kirchen in der Welt.

Wir sind dankbar für Ihre Hilfe und Unterstützung in beiden Bereichen: im pastoralen und sozialen für das Wohlergehen und der Existenzsicherung der Mutterkirche von Jerusalem und in unserem Ringen um Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung.

+ Michel Sabbah, Patriarch

Jerusalem, 3 III 2007

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