Botschaft an die Diözese

24.Juni 2016

 

Geliebte Brüder und Schwestern,

Der Herr gebe euch Frieden!

Ich bin gebeten worden, „nach Jerusalem zurückzukehren“ (vgl. Lk 24), wie die Apostel nach „den Ereignissen in Jerusalem“ und der Begegnung mit dem Auferstandenen. Durch den Papst hat mich der Herr gebeten, in die Heilige Stadt zurückzukehren, nach meiner Erfahrung als Kustos des Heiligen Landes.

Ich gebe zu, dass ich, meine persönlichen und objektiven Grenzen kennend, überrascht war von dieser Frage. Ihr könnt euch daher meine Furcht und meine Unruhe vor dieser Aufgabe, die mir überantwortet wurde, vorstellen. Ich verstehe auch eure vielen Fragen und vielleicht sogar einige Befürchtungen.

Ich weiß jedoch, dass Er es ist, der mich ruft und sendet, und ich vertraue auf Ihn. „Meine Gnade genügt dir“ (2 Kor 12:9)

Ich kehre nach Jerusalem zurück, vor allem mit dem Wunsch, der Geistlichkeit und der gesamten Gemeinde dort zu dienen, und bitte euch alle um Verständnis, Freundschaft und Zusammenarbeit.

Die Kirche von Jerusalem gibt am Fest Johannes des Täufers den Lobgesang von Zacharias von den Lippen und aus dem Herzen wieder – die mächtige Erlösung geboren aus dem Hause Davids und gesandt vor dem Herrn, um Seinen Weg zu bereiten, hier, wo alles begonnen hat.

Wie Johannes der Täufer müssen wir zuerst auf Ihn und zu Ihm schauen, um uns als Kirche zu erkennen. Nur dann können wir Balsam werden auf den vielen Wunden dieses Landes und der Menschen, die hier leben.

Bereitet den Weg, nichts anderes wird von uns verlangt, öffnet Pfade, Wege und Straßen. Seid frei von allem, was euch hindert, Ihm und euch untereinander zu begegnen. Ich weiß, ich bin nicht allein, sondern mit denen, die vor mir waren: die Patriarchen Michel Sabbah und Fouad Twal, der Emeritus, und die Weihbischöfe, die Patriarchalvikare, Äbte und Obersten, Priester, Diakone, Ordensmänner und Ordensfrauen, die Gemeinden der neuen Bewegung, Gottes heiliges Volk, mit denen ich diese Aufgabe, die mir überantwortet wurde, teilen möchte und werde. Ein besonderes Gebet und Gedanken für die Seminaristen der Diözese, die ich hoffentlich bald treffen werde. Ich versichere euch im Geist der Synode meiner vollen Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Katholischen Ordinarien im Heiligen Land (ACOHL) und der Konferenz der Lateinischen Bischöfe der Arabischen Regionen (CELRA).

Ein besonderer Gedanke geht zu unseren jungen Menschen. Sie sind die Zukunft unserer Kirche, und wir schauen auf sie mit Hoffnung und Vertrauen. Ich denke besonders an die, die in die verschiedenen Projekte des Patriarchats eingebunden sind, in Schulen, Pfarren und an Universitäten. Dies sind besondere Orte der Begegnung und des Teilens, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen. Sie sind die wertvollen Ressourcen, die jungen Menschen helfen, hier den Traum ihrer Zukunft zu bauen, und auch die Strukturen, die für uns alle notwendig sind, mit Klarheit, Transparenz und Solidarität, die zu unterstützen uns anvertraut ist.

Erlösung hat die „Form“ einer Begegnung. Indem ich die Einladung von Papst Franziskus annehme, möchte ich mit Jerusalem, dieser heiligen und verwundeten Stadt, für uns und für die ganze Kirche teilen: die Fähigkeit zu begegnen und einander zu grüßen, Straßen und Brücken zu bauen und nicht Mauern zwischen uns und dem Herrn, zwischen Bischöfen und Priestern, Priestern und Laien, zwischen uns und anderen Kirchen, zwischen uns und unseren jüdischen und muslimischen Brüdern und Freunden, zwischen uns und den Armen, zwischen uns den denen, die Barmherzigkeit und Hoffnung brauchen. Nur so können wir der speziellen universalen Berufung der Kirche von Jerusalem, der Kirche der Heiligen Stätten folgen.

Angefangen in Jerusalem“ (Lk24:47), ich werde bei euch und für euch da sein als der, der Wege öffnet, der die Kultur der Begegnung fördert und mit jedem von euch die Herausforderung und Begeisterung teilt, Jesus zum Segen der Kirche und der Welt nachzufolgen.

Ich bin zuversichtlich, dass ich auf eure Unterstützung zählen kann, mit den Gebeten der kontemplativen Oasen der Diözese und des ganzen Gottesvolkes, die ich besonders brauche. Möge der Herr uns auf unserer neuen, gemeinsamen Reise begleiten.

+ Pierbattista

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