ISRAEL – Im Ranking der Topschulen, das das Israelische Bildungsministerium wenige Tage vor dem Beginn des 2016 Schuljahres veröffentlicht hat, stehen die Christlichen Schulen ausgezeichnet da. Dennoch droht den Christlichen Schulen der finanzielle Kollaps wegen der Budgetkürzungen des Ministeriums; es hat noch immer nicht die Verpflichtungen eingelöst, die nach dem Ende des Streiks im September 2015 versprochen wurden.

Der Bericht, der vom Ministerium in hebräischer Sprache verfasst wurde, nennt insgesamt 277 Schulen, die aufgrund ihrer Exzellenz ausgewählt wurden, sowohl vom erzieherischen als auch vom sozialen Gesichtspunkt. Diese Schulen wurden in vier Kategorien eingeteilt (Rang 1 bis4).

Die Terra Santa Schule in Akko ist in der ersten Kategorie (Rang 19). Weitere Christliche Schulen sind in der Kategorie 2 gelistet, unter anderen die Schule der Franziskaner Schwestern in Nazareth, die St. John School „Mouth of Gold“ in Jish, die Don Bosco Schule in Nazareth, die Schwestern von Nazareth in Haifa und die Schule des Lateinischen Patriarchats in Rameh. Die Galiläa Schule in Eilaboon liegt in der Kategorie 3.

„Ein genauer Blick darauf zeigt, dass die Privatschulen im allgemeinen relativ erfolgreicher sind als die öffentlichen Schulen (proportional), und wenn man bedenkt, dass die Christen 1% der Israelis ausmachen, dann machen die Christlichen Schulen 3% der Liste aus. Christliche Schulen sind unter den besten, obwohl sie besser sein könnten!“, sagt ein enthusiastischer Wadie Abunassar, ein Mitglied der christlich-arabischen Gemeinde, Direktor des Internationalen Zentrums für Konsultationen (ICC) und Experte für die israelischen, palästinensischen und internationalen Medien, über die Situation im Mittleren Osten und im Heiligen Land.

Schulen in einer finanziellen Krise, in Erwartung einer fairen Finanzierung

Es gibt 47 Christliche Schulen in Israel, die von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern, der Kirche von Schottland, christlichen und baptistischen Kirchen geführt werden. Diese Christlichen Schulen beherbergen 33.000 christliche Studenten, Moslems, Drusen und Juden aus dem ganzen Land.

Während der vergangenen 6 Jahre hat die israelische Regierung ständig das Budget gekürzt, das diesen Schulen zugeteilt wurde, eine drastische Kürzung von beinahe 45% der Zuwendungen, die sie früher erhalten haben. Zusätzlich zu diesen Restriktionen hat das Bildungsministerium eine Order erlassen, die die Möglichkeit der Christlichen Schulen, Schulgeld von den Eltern zu erhalten, begrenzt. Zwei Maßnahmen, die zusammengenommen die Schulen ins Zentrum einer nie dagewesenen Krise stürzen. Das Bildungsministerium hat die Christlichen Schulen auch eingeladen, sich in das System der israelischen öffentlichen Schulen einzugliedern: ein Vorschlag, den die Christlichen Schulen abgelehnt haben, weil sie ihre Identität bedroht sehen und korrekterweise feststellen, dass die Orthodoxen Jüdischen Schulen, die im israelischen System in die gleiche Kategorie wie die Christlichen Schulen fallen, ihrerseits voll von der Regierung finanziert werden und dabei ihre Autonomie behalten.

Im September 2015 organisierte das Büro der Christlichen Schulen in Israel einen nachhaltigen Streik, der nach 27 Tagen mit einem Abkommen mit dem Ministerium endete. Im Abkommen wurde festgehalten, dass Christliche Schulen bis zum 31. März 2016 50 Millionen NIS erhalten sollten, um die budgetären Beschränkungen der vergangenen Jahre zu kompensieren.

Bis zum heutigen Tag hat das Bildungsministerium seine Verpflichtungen nicht eingelöst.

Myriam Ambroselli

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