JERUSALEM – Zum ersten Mal in beinahe einem halben Jahrtausend wurde am Mittwoch, den 26. Oktober 2016, die Marmortafel, mit der das Grab Christi bedeckt ist, während der Restaurierungsarbeiten der Ädikula im Heiligen Grab vollständig entfernt. Unter dieser Platte wurde eine weitere Marmortafel aus der Zeit der Kreuzritter mit einem auf der Oberfläche eingravierten Kreuz gefunden. Darunter war die originale Kalkstein Begräbnisplatte, das Grab von Jesus.

Die Marmorplatte war schon einmal, 1809, teilweise entfernt worden, aber sie wurde lediglich 1555, während der früheren Restaurierungsarbeiten der Ädikula, vollständig entfernt.

Führer verschiedener Kirchen, einige Ordensleute und einige Privilegierte, die am Mittwoch, dem 26. Oktober 2016 anwesend waren, bestaunten und bewunderten den Originalstein des Heiligen Grabes. Für diese besonders heikle Arbeit war die Ädikula für die Öffentlichkeit gesperrt. Kamerateams der National Geographic Society waren dabei, um die Medienberichterstattung für dieses sehr besondere Ereignis sicherzustellen.

Bischof William Shomali, Patriarchalvikar in Jerusalem, kann seine Begeisterung nicht zügeln:„Es ist sehr bewegend zu wissen, dass das Grab Christi, dessen Stein an genau diesem Platz am Tag der Auferstehung vor 2000 Jahren weggerollt worden war, jetzt wieder ans Licht gebracht wird. Das ist ein völlig spirituelles Gefühl. Von einem biblischen und archäologischen Standpunkt aus, erregt diese Öffnung unsere Neugierde und wir freuen uns darauf, mehr über die Geschichte dieses Grabs im Lauf der Jahrhunderte zu erfahren.“

Der Bischof fügte hinzu: „Dieses Ereignis bringt mit einem Mal die Ehrfurcht und das Staunen der Frauen zurück, die am Morgen der Auferstehung zum Grab kamen. Der Originalstein, auf den Christus gelegt wurde, ist unberührt, und das Grab ist leer. Er ist nicht da. Er ist auferstanden. Das ist unser Glaube.“

Beim Öffnen des Grabes strömte ein süßer Duft durch die Grabesbasilika. Gleichzeitig, gemäß einer Bezeugung, die von der Kustodie des Heiligen Landes gemeldet wird, traten magnetische Störungen auf, die den Prozess wissenschaftlicher Messungen schwierig machten.

„Es wird eine sehr lange wissenschaftliche Analyse, aber wir werden schlussendlich die Oberfläche sehen können, auf die der Leib Christi gelegt wurde“, sagte Fredrik Hiebert, ein Archäologe der National Geographic Society, dem Partner des Restaurierungsprojekts des Heiligen Grabes, das im Mai begann.

Das griechische Team, das das Restaurierungsprojekt leitet, wird bis zum Frühjahr 2017 arbeiten. In der Zwischenzeit wird der National Geographic Sender eine Dokumentation anbieten, die im November veröffentlicht wird.

Vivien Laguette und Myriam Ambroselli

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