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JERUSALEM – Am Dienstag, den 18. April 2017, ging Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, in Begleitung einer Delegation zum Griechisch-Orthodoxen Patriarchat, um dort gemeinsam mit den anderen Kirchenführern dem Patriarchen Theophilos III die Ostergrüße zu überbringen. Die Kirchenführer wurden dann im Lateinischen Patriarchat empfangen. Später an diesem Tag besuchte Erzbischof Pizzaballa die Kustodie des Heiligen Landes. Im Zentrum der Begegnungen standen die Freude von Ostern und die Tragödie in Kairo vom Palmsonntag.

Im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat

Die Führer der verschiedenen Kirchen in Jerusalem feierten alle an diesem Sonntag Ostern, das katholische und orthodoxe Osterfest fielen dieses Jahr auf den gleichen Tag. Kopten, Äthiopier, Orthodoxe Griechen, Syrer, Lutheraner, Anglikaner und Katholiken verschiedener Riten trafen einander im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat zum brüderlichen und traditionellen Austausch von Wünschen und Grüßen. Gemeinsam und als ein Chor sangen die Kirchenführer den Hymnus der Auferstehung auf Griechisch, Cristos Anesti.

„Das leere Grab ist das Zeichen, an das wir glauben“, sagte Erzbischof Pizzaballa in seiner Ansprache (vollständiger Wortlaut auf Englisch) und bezog sich auf die Kraft der Osterbotschaft. „Wir wissen, wie schwierig es ist, diesen Glauben an die Auferstehung zu bezeugen, nicht nur den Menschen hier, unter denen wir leben, sondern auch dem Rest der Welt. Der Erzbischof entbot sein Beileid und seine Gebetszusicherung dem koptischen Bischof Anba Antonios und seiner Gemeinde nach den schrecklichen Anschlägen am Palmsonntag in Kairo und verurteilte diese Taten, die auf religiösem radikalem Hass basieren.“ Er drückte auch seine „Wertschätzung aus für das wunderbare Beispiel“, das die Kopten allen Christen und der ganzen Welt gaben: „Trotz der Gewalt ihnen gegenüber waren ihre Reaktionen friedlich: keine Gewalt, sondern nur ein klarer und richtigerweise starker Wunsch nach Gerechtigkeit. Der Tod der Märtyrer hat die Stärke dieses Gemeindelebens nicht zerstört. Sie sind ein wunderbares Zeugnis und Zeugen des Auferstandenen Herrn.

Erzbischof Pizzaballa beendete seine Rede, in dem er daran erinnerte, dass, „weil wir alle gemeinsam am gleichen Tag Ostern feierten, es eine fröhliche und organisierte Verwirrung gab, wie wir es in Jerusalem gewohnt sind.“ Während dieser Feiertage war die Heilige Stadt überlaufen mit Christen aus der ganzen Welt“, die Ostern feierten, was einmal mehr „den christlichen Charakter von Jerusalem als Teil seiner universalen Identität zeigte“. „Vielleicht halten manche unseren Glauben hier für seltsam, aber wir Christen sind vollwertige Bürger dieser Stadt“, fügte er hinzu.

Als nächster Redner bezog sich Patriarch Theophilos auf die besonderen Umstände dieses Osterfestes, ein paar Wochen nach dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Ädikula, die das Grab des Herrn beherbergt. „Gemeinsam sind wir Zeugen der Auferstehung“, sagte der Griechisch-Orthodoxe Patriarch, als er dem koptischen Bischof Antonios Beileid und Gebete überbrachte und „die Schatten der Verfolgung, die über der Region schweben“ bedauerte. Er lud alle Anwesenden ein und wandte sich an die internationale Gemeinde „die Gleichgültigkeit diesen Menschen gegenüber, die für politische und menschliche Interessen, auch in Syrien, geopfert werden, zu beenden. Aber die Hoffnung hat das letzte Wort“, schloss er, indem er den Apostel Paulus im Brief an die Korinther (2Kor.4:9-11) zitierte: „Wir werden gehetzt… aber nicht verlassen, niedergestreckt, aber nicht zerstört(…), damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.

Bischof Antonios wurde eingeladen zu sprechen: „Ostern ist das Fest unserer Auferstehung und unserer Erlösung…Trotz dieses schmerzlichen und tragischen Ereignisses war das der Weg, der sie in den Himmel führte“, sagte er sichtlich bewegt, aber mit einer starken Stimme voller Hoffnung. Der anglikanische Erzbischof Suheil Dawani bezog sich auch auf die Palmsonntagstragödie in Kairo und betonte, wie „die Auferstehung von Christus ein Zeichen des Trostes für die Familien der Opfer ist, die unsere Märtyrer und die Märtyrer der Kirche sind“. Der lutherische Bischof Mounib Younan beschloss die Reihe der Reden, indem er erklärte: „Es gibt keine Auferstehung ohne das Kreuz. Mit unseren getöteten Brüdern und Schwestern verstehen wir die Bedeutung von Märtyrertum. Das ist unsere Botschaft: Wir brauchen jene nicht zu fürchten, die Verwirrung und Unordnung schaffen, die versuchen, uns von unsren Ländern zu vertreiben. Wir sind hier, um im Gebet zu bleiben, Kirchen und Gläubige vereint. Fürchtet euch nicht! Denn der Friede Christi füllt unsere Herzen!

Im Lateinischen Patriarchat

Die Führer der Kirchen besuchten dann das Lateinische Patriarchat, um den Austausch der Grüße fortzusetzen, mit Ausnahme von Patriarch Theophilos und dem Armenischen Patriarchen Manougian, die am nächsten Tag kamen. Alle wurden wieder brüderlich von Erzbischof Pizzaballa willkommen geheißen, der wiederholte, dass „die Kirche von Christus eins ist trotz unserer verschiedenen Geschichten. Die Augen der ganzen Welt ruhen auf uns (…). Wir wollen das Licht in der Welt sein, mit der Freude, die uns niemand wegnehmen kann.“

Am folgenden Tag, Mittwoch, den 19. April, besuchten die Orthodoxen, gefolgt von den Armeniern einmal mehr das Lateinische Patriarchat, um ihre Ostergrüße zu überbringen. In seiner Rede bezog sich der Griechisch-Orthodoxe Patriarch auf das feste Band zwischen den „lebendigen Steinen“, den örtlichen christlichen Gemeinden und den „Steinen der heiligen Stätten“. Gleichzeitig bezog er sich auf die Restaurierung der Ädikula des Heiligen Grabes, die durch „großartige Zusammenarbeit, von allen zutiefst geschätzt“ ermöglicht wurde. Theophilos III betonte, wie „“diese Steine Leben für die ganze Welt ausstrahlen müssen“. Erzbischof Pizzaballa, der dem Griechisch-Orthodoxen Patriarchen seine Osterwünsche am Tag zuvor überbracht hatte, betonte nochmals die Bedeutung dieses Austausches in seiner Rede (vollständiger Text auf Englisch): „Das ist keinesfalls eine Formsache. Diese Besuche bringen einander näher und geben unseren Gemeinden ein Zeugnis von Freundschaft und gegenseitigem Respekt.“

Nach dem Empfang des armenischen Erzbischofs Shivan Gharibian sprach Erzbischof Pizzaballa (vollständiger Text auf Englisch) von der Tragödie, die die koptische Gemeinde am Palmsonntag getroffen hatte und sagte: „Sie, als Armenier, wissen besser als alle anderen, was das Wort Verfolgung heißt. (…) Und mit Ihnen beten wir, das die internationale Gemeinschaft und die religiösen Führer über diese gewöhnlichen wiederholten und unnötigen Aufrufe zu Frieden und Versöhnung hinausgehen und konkrete Handlungen setzen, um all diese religiöse Gewalt zu beenden, die endlos scheint und die nicht nur vor allem die Länder des Mittleren Ostens betrifft.

In der Kustodie des Heiligen Landes

Am Ende dieses Tages intensiver Besuche ging Erzbischof Pizzaballa in Begleitung von Priestern des Lateinischen Patriarchats und von Bischof Batish, dem emeritierten Vikar, zur Kustodie des Heiligen Landes und wurde dort vom Kustos des Heiligen Landes, Pater Francesco Patton ofm in einer sehr brüderlichen Atmosphäre und im Zeichen der Osterfreude empfangen.

In seiner Ansprache (vollständiger Wortlaut auf Italienisch) zollte der Erzbischof den „Söhnen des (Hl.) Franziskus Tribut und ermutigte sie, in ihrer Mission auszuhalten trotz der „Schatten, die nicht fehlen“ und bezog sich erneut auf die Angriffe in Kairo: „Daher, sogar heute, braucht uns der Herr immer wieder, um der Welt immer wieder dieses Zeichen des leeren Grabs Christi zu bezeugen, vor allem mit dem Leben und Gebet von Christus, einem ständigen fürsprechenden Gebet, das sich von hier für die ganze Welt erhebt.

Der Kustos sprach darauf einige Worte und betonte die Bedeutung, Zeugen der Hoffnung zu sein im Angesicht der Leiden und Kämpfe dieser Welt, und die Notwendigkeit, demütig die Auferstehung von Christus zu bezeugen.

Bischof Joseph-Jules Zerey von den Melkiten bezeugte seine Freude über die Auferstehung und seine Zuversicht für die unendliche Güte Gottes für seine Kinder und erinnerte gleichzeitig an die Bedeutung des Gebets für alle in der Welt, die nicht an diese Gute Nachricht von der Auferstehung glauben.

Der Besuch endete mit Liedern vom Chor der Franziskanermönche. Vor seinem Abschied begrüßte Erzbischof Pizzaballa die älteren und kranken Franziskanermönche.

Myriam Ambroselli und Remy Brun

Fotos: © Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

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