JORDANIEN – In einem Interview, das das Katholische Zentrum für Studien und Medien mit dem Apostolischen Administrator des Lateinischen Patriarchats führte, sagte der designierte Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, dass er in seiner Funktion als apostolischer Administrator Verantwortung für alle Kirchen habe. Er betonte: „Wenn man beobachtet, was im gesamten Mittleren Osten vorgeht und die Realität in Jordanien sieht, dann müssen wir sehr glücklich und dankbar sein. Wir müssen dem Herrn danken und natürlich dem Königshaus. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen, Moslems und Christen, sind ruhig. Das ist eine sehr positive Situation, und wir müssen dem Herrn dafür danken.

Er forderte Bischöfe, die eine starke Beziehung zu anderen Kirchen in der Welt haben, auf, bei Auslandsbesuchen sehr deutlich zu sagen, dass die Situation in Jordanien sicher sei, und betonte, dass religiöser Tourismus für viele Menschen Vorteile bringe, weil durch Arbeitsplätze wirtschaftliches Wachstum entstehe, was der Gesellschaft insgesamt nütze.

Es folgt der Text des Interviews:

Was bedeutet es, ein Administrator des Lateinischen Patriarchats zu sein? Und welche Verantwortungen bringt diese Position mit sich?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Der Apostolische Administrator ist eine unübliche Terminologie in der Lateinischen Kirche, und er hat viele Aufgaben. In diesem Fall ist er nur geschaffen, die Kirche des Lateinischen Patriarchats auf die nahe Zukunft vorzubereiten und die Bedingungen für den nächsten Patriarchen zu bereiten. Die Rolle des Apostolischen Administrators ist wie die eines Bischofs in der Kirche.

Sie waren einige Jahre lang Kustos des Heiligen Landes. Nun sind Sie Bischof und Administrator im Namen von Papst Franziskus, was bedeutet es für Sie, in diesen Tagen ein Bischof im Heiligen Land zu sein?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Ich bleibe Teil der Kirche von Jerusalem, natürlich in einer anderen Aufgabe. Als Kustos des Heiligen Landes hatte ich Verantwortung für einen Teil der Kirche. Jetzt habe ich Verantwortung für die gesamte Kirche, natürlich gemeinsam mit all den anderen, nicht nur ich selbst, die anderen Bischöfe in einem größer werdenden Zusammenhang. Nun muss ich alle Realitäten in meinem Herzen und in meinen Gedanken halten, die reichen Realitäten der Kirche in Jordanien und im ganzen Heiligen Land.

Heute sind Sie in Jordanien, einem Land, das in der Gesellschaft sehr präsent ist. Was bedeutet Jordanien für Sie?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Jordanien ist wie alle anderen Orte, denn wo es Leben gibt, gibt es Probleme. Aber wie Sie schon sagten, das Leben der Kirche ist reich. Die Kirche hat viele Aktivitäten, Bewegungen und Gruppen. Wir müssen diese Aktivitäten verbessern, koordinieren, und wir müssen uns Zeit nehmen, weiterhin in Richtung des Reichtums der wunderbaren christlichen Gesellschaft zu gehen, die für den Mittleren Osten neu ist. Wenn Sie durch Jordanien gehen, erkennen Sie, dass es voller Probleme ist. In Jordanien ist die Situation noch stabil, ruhig und gelassen. Für die Zukunft müssen wir diesen Trend unterstützen.

Was können Sie über die Beziehungen zwischen Christen und Moslems sagen?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Wenn man beobachtet, was im gesamten Mittleren Osten vorgeht und die Realität in Jordanien sieht, dann müssen wir sehr glücklich und dankbar sein. Wir müssen dem Herrn danken und natürlich dem Königshaus. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen, Moslems und Christen, sind ruhig. Das ist eine sehr positive Situation, und wir müssen dem Herrn dafür danken.

Was hat die Kirche den Flüchtlingen angeboten?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Ein anderer wichtiger Aspekt des Lebens der Kirche ist der Effekt, den sie in den vergangenen Jahren in Jordanien hatte, besonders in Bezug auf die Flüchtlinge. Jordanien ist ja ein kleines Land, das Millionen von Flüchtlingen aus dem Irak und aus Syrien aufgenommen hat, was nicht für selbstverständlich gehalten, sondern geschätzt wird, denn es trifft auch auf die Christen zu, die Kirche, Caritas und andere kirchliche Institutionen. Die Kirche heißt alle Flüchtlinge willkommen, besonders die Christen, was sehr wichtig ist. Ich danke wirklich der Kirche, weil sie ein wichtiger Bezugspunkt für das Leben von Millionen von Flüchtlingen in Jordanien geworden ist.

Welche Pläne und Projekte werden Sie fortsetzen oder beginnen, wenn Sie ihre neue Position angetreten haben?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Ich bin nicht gekommen um eine Revolution zu veranstalten. Ich bin nur hier, um das Leben der Kirche etwas zu organisieren, das wirklich organisiert ist. Das Erste wird sein einen Dialog zu führen, zuzuhören, zu verstehen, zu sehen, in Kontakt mit der Geistlichkeit und den Priestern zu sein und vereint den nächsten Schritt zu organisieren.

Haben Sie eine Aufgabe in Bezug auf den religiösen Tourismus ins Heilige Land?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Die Rolle der Kirche und besonders der Bischöfe ist sehr wichtig für den religiösen Tourismus. Die westlichen Länder haben Angst herzukommen, weil sie glauben, dass wir alle involviert sind, aber die Situation ist ganz anders. Wir Bischöfe, die wir starke Beziehungen zu den anderen Kirchen auf der Welt haben, müssen, wenn wir im Ausland sind, sehr deutlich erklären, dass die Situation sicher ist. Es ist für sie auch wichtig, zuallererst den Spuren von Jesus Christus zu folgen. Genauso wichtig ist es, den Friedensprozess im Mittleren Osten zu fördern, in Jordanien und im Heiligen Land, weil religiöser Tourismus vielen Menschen Vorteile bringt, denn wo es Arbeit gibt, entsteht wirtschaftliches Wachstum, was der Gesellschaft insgesamt nützt.

Welche Hoffnungen haben Sie für die Region, für den Frieden zwischen Israel und Palästina in erster Linie, und dann für die Region inklusive Irak und Syrien?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Ich weiß sehr genau, dass Friede zwischen Israel und Palästina, im Irak und in Syrien so weit weg und so schwierig zu sein scheint, es sind nur Worte. Aber wir, Ordensleute und Männer Gottes sollten zuerst darauf bestehen, für den Frieden zu beten und auch eine Mentalität für den Frieden zu schaffen. Wir müssen unser Bestes geben, um die politischen Führer im Heiligen Land zu ermutigen, eine friedliche Zukunft für alle Generationen zu schaffen.

Welche Rolle spielt Jordanien für den Frieden?

Hw. Pierbattista Pizzaballa: Jordanien spielt eine Schlüsselrolle. Alle Länder haben zurzeit Feinde, aber Jordanien ist das Land, das mit allen Ländern des Mittleren Ostens im Dialog steht. Daher ist das jordanische Königshaus sehr wichtig, weil es allen Ländern ermöglicht, Dialog zu führen und an einem Tisch zu sitzen. Dies ist der einzige Ort, wo jeder von ihnen Freiheit und Frieden finden kann. Das ist ein einzigartiger Kontext, den wir ausnutzen müssen.

Quelle: Abouna.org

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