AUSCHWITZ – 30 Religionsoberhäupter des Heiligen Landes, unter ihnen Erzbischof Pierbattista Pizzaballa besuchten das Konzentrationslager Auschwitz in einem historischen Besuch, um Extremismus und Hass zu verurteilen.

Im Rahmen einer Polenreise besuchten 30 Mitglieder des Rates der Führer der religiösen Gemeinschaften in Israel das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Unter ihnen waren Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, der Orthodoxe Patriarch von Jerusalem Theophilos III, der Griechische-Katholische Erzbischof Georges Bacouni, der Anglikanische Erzbischof Suheil Dawani, Sheikh Mowafaq, Religionsführer der Drusen, die Rabbiner Dimony Icchak Elefant und David Rosen, und zwei sunnitische Imame aus Galiläa.

Die Religionsführer wurden beim Mahnmal von Dr. Piotr M.A. Cywinski, dem Direktor des Auschwitz Museums, begrüßt. Sie trafen Erzbischof Stanislaw Gadecki, den Präsidenten der Polnischen Bischofskonferenz, der die Gäste herzlich begrüßte als „Missionare des Friedens, d.h. Menschen, für die die Forderung nach Frieden eine Lebensmission ist. Die Religionsführer trafen auch Kardinal Stanislaw Dziwisz, den Metropolitan von Krakau, und richteten ihr Augenmerk auf den Hl. Johannes Paul II, der immer ein Mann des Dialogs war.

Gemeinsam ging man durch das schmiedeeiserne Tor des Lagers, das die Worte „Arbeit Macht Frei“ trägt, ehe man Blumen an der Todesmauer, an der die Exekutionen stattfanden, niederlegte.

Während ihres Besuchs wurden die Gäste von Minister Wojciech Kolarski aus dem Kanzleramt des Präsidenten von Polen und von der Israelischen Botschafterin in Polen Anna Azari begleitet, die sagte, dass „der Besuch von Auschwitz das Hauptziel des Besuchs der Ratsmitglieder in Polen war. Das ist sehr wichtig, weil es der symbolträchtigste Ort ist, von dem aus wir eine Botschaft für den Frieden zwischen den verschiedenen Religionen aussenden können. Wir sind hier wahrscheinlich an dem Ort, wo der Mensch am tiefsten gesunken ist, daher ist es angebracht, einen Aufruf zur positiven Veränderung von hier aus zu senden.“

Nach dem Besuch von Auschwitz unterzeichneten die Teilnehmer eine gemeinsame Deklaration zum Frieden auf der Welt: „Wir glauben, dass der Schöpfer, der die Welt in Huld und Güte regiert, uns braucht, um in Frieden zu leben und allen Menschen Respekt zu zollen.“

Die verschiedenen Repräsentanten kamen dann zu einem Dialog zusammen, in dem sie ihre Erfahrungen mit Mitgliedern des Zentrums für Dialog und Gebet in Auschwitz teilten.

Der Höhepunkt des Treffens war die Erklärung des Rates der Führer der Religiösen Gemeinschaften in Israel, die „Rassismus, Fanatismus und Extremismus verurteilen, wenn diese vor allem im Namen der Religion ausgeübt werden.“

Das Treffen endete mit einem Aufruf, den Krieg zu beenden und einem Gebet für Frieden im Zeichen der Visionen der Propheten: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.“ (Jesaja 2:4)

Vivien Laguette

Fotos: Pawel Sawicki – auschwitz.org

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